Wissen & Anwendung

Theoretische Fundamente für
praktischen Erfolg.

Theorie: Marktdynamik & Anlagehorizont

Die Logik des langfristigen Wachstums

Die Weltwirtschaft folgt einem klaren Aufwärtstrend. Aktienindizes spiegeln die Gewinne und Innovationskraft der globalen Unternehmen. Das bedeutet: die Zeit arbeitet für Dich. Da die Kurse langfristig steigen, ist der Einstiegspreis von heute rückblickend fast immer vorteilhafter als der Kurs der Zukunft. Der Verzicht auf Zeit im Markt kostet wertvolle Rendite.

Anwendung: Die Strategie mit Erfolg

kontinuierlich kaufen

Den Tiefpunkt für einen Kauf zu finden, ist kaum möglich. Durch regelmässige Investitionen wird der Cost-Average-Effekt genutzt: Du kaufst bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Dies glättet den Durchschnittskaufpreis und reduziert das Risiko von Fehlentscheidungen aufgrund emotionaler Marktschwankungen. Verkäufe in Korrekturphasen sind kontraproduktiv. Die effizienteste Strategie ist ein disziplinierter Kapitalfluss. Investiere verfügbare Mittel konsequent und zeitnah – das ist die belastbarste Basis für überdurchschnittliches Kapitalwachstum.

Wird diese Strategie konsequent umgesetzt, ist der Index bereits übertroffen.

Theorie: Grundsätzliches zur Asset-Allokation

Das Aktienuniversum

Die Auswahl der richtigen Anlageklasse ist entscheidend für den langfristigen Vermögenserhalt und das Wachstum:

Bankguthaben: Die Nominalzinsen liegen oft unter der Inflationsrate. Dies führt zu einem negativen Realzins und schleichendem Kaufkraftverlust.

Obligationen: Sie bieten feste Erträge, die Renditen bewegen sich jedoch meist in einem niedrigen einstelligen Bereich.

Aktien: Als Sachwerte bieten sie hohes Renditepotenzial, sind jedoch mit Marktschwankungen und Verlustrisiken verbunden.

Kryptowährungen: Eine junge Assetklasse, die durch extrem hohe Volatilität und spekulativen Charakter geprägt ist.

ETFs: Diese ermöglichen einen kosteneffizienten Zugang zu allen Märkten. Die Herausforderung liegt in der strategischen Auswahl der geeigneten Asset Allokation.

Indizes: Sie dienen als Benchmark (Massstab), um die Performance einzelner Märkte oder Portfolios objektiv zu bewerten.

Termingeschäfte & Private Equity: Aufgrund ihrer Komplexität, Illiquidität und des hohen Risikoprofils sind sie für die meisten Privatanleger nur bedingt geeignet.

Anwendung: Aktives Liquiditätsmanagement

Antizyklische Optimierung durch Rebalancing

Diese Analysen bilden die Entscheidungsgrundlage für die Steuerung deiner Anlagen und Optimierung durch Rebalancing.

Ausgangslage: wir haben unser Depot mit verschiedenen Positionen aus der Liste links zusammengestellt.

Ziel ist ein prozessgesteuertes Risikomanagement: Expansionsphasen nutzen: Bricht der Kurs signifikant nach oben aus und übersteigt den Trendkanal, ist dies eine ideale Gelegenheit, Gewinne zu realisieren und mit Rebalancing zu sichern.

Nach einer Marktbereinigung (Korrektur) sind die Titel wieder kaufbar. Dies ist der strategische Moment, um mit den gesicherten Renditen günstig Positionen für die nächste Wachstumsphase zu akkumulieren.

Diese Strategie ist nur bei einem sehr deutlichen Ausbruch nach oben sinnvoll. Ansonsten besteht das Risiko, schöne Renditen zu verpassen.

Theorie: Kursbeurteilung & Bewertungsmetriken

Relative versus fundamentale Bewertung

Um den Wert des Index objektiv zu bestimmen, sind mindestens zwei Perspektiven entscheidend:

Die logarithmische Skalierung:

Durch die Darstellung auf einer logarithmischen Y-Achse wird das exponentielle Wachstum (der Zinseszins) als Gerade gezeichnet. Legen wir den Kurs direkt über den historischen Wachstumstrend sind Abweichungen nach oben oder unten direkt sichtbar. Dies dient als Indikator für taktisches Rebalancing.

Fundamentaldaten:

Forward P/E Erwartete Gewinne aber ohne Wachstumskontext.

PEG Ratio Gewinne mit eingepreistem Wachstum.

EV/EBITDA Operative Kraft verschuldeter Firmen.

FCF Yield Realer Cashflow für die "Qualität" der Bewertung.

Der Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf erwarteten Gewinnen (Forward PE-Ratio) setzt den Preis in Relation zur tatsächlichen Ertragskraft der Unternehmen. Ein hohes Ratio deutet auf eine teure Marktphase hin, während ein niedriges Ratio auf eine Unterbewertung hindeutet. Nun kann das PEG-Ratio, das Bild kompletieren.

Anwendung: Strategische Renditeoptimierung

Den Index überperformen

Fragt man bei klassischen Finanzinstituten nach Renditen oberhalb von 6 %, wird meist unmittelbar auf das hohe Risiko verwiesen. Wer versucht, durch aktives Stock-Picking einen ETF und dessen zugrunde liegenden Index zu schlagen, scheitert oft an der Markteffizienz.

Da wir nun eine Grundlage für die Beurteilung der Substanz des Kurses kennen, gibt es einen mechanischen Ansatz, um die Marktrendite systematisch zu steigern: Der Einsatz von Fremdkapital (Leverage). Durch die Kombination eines breit diversifizierten ETFs mit einem Lombardkredit lässt sich das investierte Kapital hebeln. Solange die Nettorendite des Index die Finanzierungskosten des Kredits übersteigt, erhöht sich die Eigenkapitalrendite deutlich. Diese Strategie erlaubt es, den Index um mehrere Prozentpunkte zu übertreffen, erfordert jedoch ein präzises Risikomanagement hinsichtlich der Belehnungsgrenze.

Theorie: Leverage-Effekt

Die Gefahr mit Lombardkredit

Das Depot lässt sich mit einem Lombardkredit belehnen, wodurch weitere Titel gekauft werden können. Damit lassen sich Renditen hebeln, indem der Gewinn mit Lombard ergänzt wird. Der Depotwert erhöht sich damit überproportional. Wobei dieser Effekt auch bei fallenden Kursen greift. Bei Überschreitung der Belehnungslimite droht der Margin-call, was nahezu zu einem Totalverlust führen kann. Die Belehnungsgrenze ist mit 70% des Depotwerts festgelegt. Wird diese überschritten, muss Kapital hinzugefügt werden. Ist dies nicht möglich, müssen Anteile verkauft werden. Die Belehnungsgrenze wird meisst durch sinkende Kurse provoziert und damit ist ein Verkauf sehr ungelegen.

Anwendung: Sicherheitsstrategie

Verhinderung des Margin-calls

Um den Supergau: Margin-call zu vermeiden, darf der Lombardkredit das Eigenkapital nicht überschreiten. Damit wird die Rendite mit bis zu Faktor 2 gehebelt und trotzdem der Margin-call verhindert. Diese Strategie ist bei Verwendung von Lombardkrediten zwingend einzuhalten. Der Lombard ist so einzusetzten, dass nicht wegen Kursschwankungen verkauft werden muss.

Theorie: Zinseszins mit Leverage

Wie funktioniert Zinseszins mit Lombard

Annahme: Sparquote 500 Fr./Mt. mit 12% Rendite p.a. (1% pro Monat), jeweils mit 40% Lombard-Hebel auf die Einzahlung.

Datum Depot- start 1%- Rendite Sparanteil Neuer Lombard Total
Anwendung: Prozessoptimierter Vermögensaufbau

Kontinuität schlägt Timing

Nun haben wir 6'000 gespart und mit 5'437 Lombard gehebelt. Wir haben 11'437 investiert und einen Depotstand von 12'074, also eine Rendite von 637 was einer Eigenkapitalrendite von über 20% p.a. entspricht (die erste Einzahlung war 12 Monate und die Letzte 1 Monat investiert = durchschnittlich 6 Monate).

Wir haben einen Hebel 1.8 installiert, indem wir unser Sparanteil mit 80% Lombard erweitert haben. Dadurch haben wir die Rendite von 12% mit 1.8 auf 21.6% gehebelt, davon müssen wir die Lombardzinsen abziehen, um auf die korrekte Rendite zu kommen.

Mit dieser einfachen Strategie investieren wir besser als die meisten Fondmanager.

Aufgepasst: der Lombard darf nie höher sein, als das Eigenkapital.

Theorie: kontinuierlicher Kapitalbezug

Das selbst bezahlte Gehalt

Richte für eine konstante Lebensführung einen Dauerauftrag vom Depot aufs Lohnkonto ein.

Begrenze den Lombardanteil sicherheitshalber auf 50 % des Eigenkapitals, damit Kursschwankungen nicht zu einem Margin Call führen. So profitierst du bei steigenden Kursen von einer sinkenden Leverage-Quote und bewahrst bei sinkenden Kursen den nötigen Spielraum für strategische Zukäufe.

Anwendung: Leben ohne Lohnzahlungen

Das Leben mit Rendite finanzieren

Wenn das Depot auf den definierten Wert aufgebaut und der Job gekündigt ist, wird der kontinuierliche Bezug definiert:

Es wird ein Dauerauftrag mit monatlichen Zahlungen wie früher das Gehalt eingerichtet. Für die Absicherung gegen Zahlungen in Tiefkursphasen stehen folgende Massnahmen zur Verfügung.

Es kann eine Reserve auf dem Lohnkonto bereitgestellt werden. Das erfordert eine erhöhte Ausgabendisziplin und ist bedingt zu empfehlen. Stattdessen können die monatlichen Zahlungen über Lombard finanzieren werden, wenn der Lombardanteil unter 50% des Eigenkapitals gehalten wird. Daduch können Anteile zu geeigneten Zeitpunkten verkauft werden um den Lombard zu reduzieren und es bietet die Möglichkeit, zu günstigen Preisen Titel nachzukaufen.

Erklärung der Fachbegriffe

Fachbegriff Kernidee Erklärung
Hypothek Immobilienfinanzierung durch Fremdkapital. Kreditform, bei der die Immobilie als Sicherheit dient. In der Schweiz wird üblicherweise eine Belehnung von bis zu 67% (1. Hypothek) und eine zusätzliche 2. Hypothek bis max. 80% des Verkehrswerts gewährt.
Lombardkredit Liquidität durch Belehnung von Wertpapieren. Ein Darlehen gegen Verpfändung von Depotwerten. Die Belehnungsgrenze liegt meist bei max. 70%. Aufgrund von Marktschwankungen ist eine strikte Strategie essenziell, um einen Margin Call oder Zwangsliquidationen zu vermeiden.
Margin call Belehnungsgrenze Der Lombardkredit wird bis 70% des Depotwerts gewährt. Wenn wir die 70% überschreiten, muss ausgeglichen werden. Das führt zu Titelverkauf, wenn nicht Eigenkapital ergänzt wird. Da die Überschreitung durch sinkenden Kurs verursacht wird, ist das Verkaufen sehr ungünstig und überproporzional. Deshalb muss der Margin-call auf jeden Fall vermieden werden. Das Depot darf max. 50% belehnt werden, um genügend Raum für Kursschwankungen zu halten.
Leverage-Effekt Renditesteigerung durch Hebelwirkung. Der Einsatz von Fremdkapital zur Steigerung der Eigenkapitalrendite. Beispiel: Steigt der Wert einer mit 80% Fremdkapital finanzierten Immobilie um 2%, wächst das eingesetzte Eigenkapital um 10% (Hebel 5).
Rebalancing Wiederherstellung der Ziel-Asset-Allokation Periodischer Ausgleich der Portfoliogewichtung. Haben sich Positionen (z.B. Bitcoin oder Aktien) unterschiedlich entwickelt, werden Anteile umgeschichtet, um das ursprüngliche Risikoprofil (z.B. 30/30/30/10) wiederherzustellen.
PE Ratio KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis Das Verhältnis von Kurs * Anz. Aktien / Gewinn nach Steuern ist ein sehr guter Indikator für die Beurteilung ob ein Kurs günstig oder teuer ist.
ETF Aktien in einem Themen-Fonds zusammengefasst. Exchange Traded Funds bündeln eine Vielzahl von Aktien (z.B. MSCI world, S&P-500, Nasdaq,...), um eine breite Diversifikation zu ermöglichen. Anleger investieren mit einem Titel in einen gesamten Markt, statt mühsam Einzelaktien zu kaufen.
TER Verwaltungskosten der ETFs. Die Verwaltungskosten der ETFs unterscheiden sich deutlich und liegen zwischen 0.1% und 1%. Diese Kosten sind enorm und teilweise nicht gerechtfertigt. Es ist deshalb genau zu prüfen, ob sich der TER lohnt und in höherer Rendite münzt.
ETF-Strategie Kostenoptimierung und Indexabbildung Wir unterscheiden zwischen passiv- und aktivgemanagten ETFs. Fokus auf passive ETFs, die einen Index (z.B. SPI) automatisiert abbilden. Dies minimiert die Verwaltungskosten (TER) im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds drastisch und steigert so die langfristige Nettorendite.